Historie der eBay-relevanten Tools und Informationen
Kleiner Ärger - grosse Wirkung

Der Inhaber von bettercom, Martin Lesser, ärgerte sich im Herbst 2003 über das aus seiner Sicht eigenwillige Geschäftsgebaren eines eBay-Powersellers, eine der "Auffälligkeiten" war die Praxis des eBay-Verkäufers, daß seine Kunden nicht nur bei der Zahlung in Vorleistung zu treten hatten (Vorkasse, absolut üblich bei eBay), sondern auch bei der gegenseitigen Bewertung der Transaktion.

Also wurde 2003 - zunächst nur für den Hausgebrauch - ein kleines Programm geschrieben, das anhand der öffentlichen Bewertungsseiten eines eBay-Verkäufers ermittelte, ob dieser die Hauptleistung (=Zahlung) des Käufers bewertet oder ggf. abwartet, bis der Käufer seinerseits eine (positive) Bewertung abgegeben hat. Dieses kleine Programm tat nichts anderes, als die Zeitpunkte von erhaltenen und vergebenen Bewertungen miteinander zu vergleichen - eine Aufgabe, die man - zumindestens bei kleinen eBay-Profilen - auch noch "per Hand" erledigen konnte.

Auch andere eBay-Mitglieder wollen mehr Transparenz

Durch Gespräche im Bekanntenkreis und Hinweise im eBay "Bewertungsforum" wurde deutlich, daß gerade auf Käuferseite häufig die Frage auftauchte "Warum bewertet mich ein Verkäufer nicht, obwohl ich doch schnell bezahlt habe und damit einen Vertrauensvorschuß geleistet habe?". Die Diskussion über diese Frage soll an dieser Stelle nicht fortgeführt werden, sie war aber der Auslöser, das o.g. kleine Programm "Bewertungsprüfer" im März 2004 als Online-Tool unter der Adresse http://ebay.bettercom.de verfügbar zu machen. Auf die Existenz dieses Tools wurde seitdem regelmäßig in o.g. "Bewertungsforum" hingewiesen, alleine im Jahr 2004 über tausend mal.

Weiterentwicklung des Programms ab April 2004

Die erste Version des Programms hatte eine Schwäche: Es analysierte immer nur die 600 jüngsten erhaltenen Bewertungen eines Mitglieds und suchte nach der passenden Gegenbewertung in den 800 jüngsten abgegebenen Bewertungen. Bei eBay-Mitgliedern, die mehrere tausend Bewertungen pro Monat erhalten, konnten daher keine wirklich aussagekräftigen Aussagen getroffen werden.

Eine zweite Schwäche war die anfänglich nicht vorhandene Zwischenspeicherung von Ergebnissen: Jede Analyse-Anfrage führte zu einer kompletten Neuberechnung inklusive dem Laden von bis zu 7 eBay-Bewertungsseiten (3 mal 200 erhaltene, 4 mal 200 abgegebene Bewertungen) von den eBay-Rechnern. Daher wurde im April 2004 damit begonnen, vorhandene Analysen zwischenzuspeichern und sie bei einer erneuten Abfrage nur noch zu aktualisieren, statt sie komplett neu erstellen.

Die erstgenannte Schwäche blieb: Trotz intensiver Inanspruchnahme des Tools ab Beginn konnten gerade bei großen eBay-Mitgliedern keine wirklich aussagekräftigen Aussagen über das Bewertungsverhalten erstellt werden. Also wurde ab April 2004 sukzessive begonnen, zunächst bei den Mitgliedern mit einem Bewertungsprofil über 10.000 mehr als nur die o.g. 600 Bewertungen zu analysieren und diese Analysen auch regelmässig zu aktualisieren.

"All-Time-High"-Listen ab Juni 2004

In o.g. eBay-Bewertungsforum tauchte häufig die Frage auf, wer die größten eBay-Mitglieder (nach Bewertungspunkten) in Deutschland seien. Aufgrund der mittlerweile vorhandenen Informationen stellte bettercom daher seit Juni 2004 die Liste der 100 größten eBay-Mitglieder aus Deutschland zur Verfügung. Solch eine Liste wurde von eBay nicht geführt, umgekehrt griff eBay selbst seit Zurverfügungstellung dieser Information regelmäßig hierauf zu.

Diese TOP-100-Liste wurde im August 2004 erweitert auf die TOP-500, sie diente u.a. vielen externen Dienstleistern von eBay (z.B. Softwarehersteller, Logistiker) dazu, neue Geschäftskontakte zu gewerblichen eBay-Händlern aufzubauen.

Zusätzliche Anfragen durch Dritte und Absegnung durch eBay

Seit Veröffentlichung dieser TOP-Listen gingen regelmässig Anfragen bei bettercom ein:
  • Interessanter als Ranglisten nach insgesamt erhaltenen Bewertungen ("All-Time-High") sind Aussagen, welche eBay-Mitglieder aktuell besonders erfolgreich sind.
  • Mitglieder, die sich nicht unter den TOP-100 fanden, wollten wissen, auf welchem Listenplatz sie stehen und dieses möglichst auch nach verschiedenen Kriterien (Ranking nach erhaltenen Bewertungen, nach abgegebenen Bewertungen etc.).
Im Oktober 2004 wurde am Rande einer eBay-Veranstaltung in Bonn mit einem seinerzeitigen leitenden eBay-Mitarbeiter erörtert, ob seitens eBay Bedenken bestünden, wenn bettercom vorgenannte Anfragen bedienen würde bzw. ob eBay selbst diese Produkte anbieten würde. Klare Aussage seitens eBay: "Nein, solche Dienstleistungen bieten wir nicht, aber machen Sie mal, das ist eine gute Idee!". Ebenfalls erörtert wurde in diesem Gespräch, ob bettercom die Tools und Informationen weiterhin unter der o.g. Adresse ebay.bettercom.de anbieten könne. Auch in dieser Frage wurden seitens eBay keine Einwände erhoben.

Erste Angebote gegen Gebühren - auch über die eBay-eigene Plattform

Die Fertigstellung beider o.g. Produkte verzögerte sich aufgrund anderer Projekte bis März 2005, sie wurden dann im Rahmen einer Aktion des eBay-Dienstleisters auktionmaster verfügbar gemacht. Parallel dazu wurden diese sog. Erfolgs-Listen auch über die Handelsplattform eBay anderen Mitgliedern zum Bezug angeboten.

Im November 2004 hatte ein eBay-Powerseller, der überwiegend in hochpreisigen Kategorien verkauft, bei bettercom angefragt, ob es die Möglichkeit gäbe, eine Art "Frühwarnsystem" zu schaffen, das es ihm ermöglicht, frühzeitig zu erkennen, wenn andere Powerseller mit Dumpingpreisen in den von ihm bedienten Kategorien für Marktveränderungen sorgen würden. Auch diese aus Sicht von bettercom interessante Anfrage wurde zunächst auf die TODO-Liste gesetzt und ab April 2005 mit der offiziellen Freischaltung des sog. "Konkurrenzbeobachtungs-Tools CatAlert" bedient.

Kritische Analysen mag eBay gar nicht

bettercom war es seit Herbst 2004 aufgrund der eigenen Recherchen möglich, recht präzise Aussagen zu treffen über die Mitgliederentwicklung im Bereich der Mitglieder mit einem Bewertungsprofil über 1.000 bei eBay Deutschland. So wurde z.B. am 14.09.2004 in einer Kurzanalyse für das eBay-Portal onlinemarktplatz dargestellt, daß gerade bei den hohen Bewertungsprofilen eine Zunahme von Kündigungen zu bemerken ist.

Am 3. August 2005 veröffentlichte bettercom auf den eigenen Seiten eine weitere Kurzanalyse, aus der hervorging, daß mittlerweile über 10% aller Mitglieder unter den TOP-10.000 nicht mehr bei eBay registriert sind. Auch diese Analyse wurde u.a. von dem Branchendienst intern.de, onlinemarktplatz.de und diversen anderen übernommen.

Dieses Ergebnis deckt sich andererseits überhaupt nicht mit der von eBay verbreiteten Behauptung, daß "nur eine von 10.000 Transaktionen problembehaftet sei" (Quellen u.a.: Rheinische Post online, Der Standard online [kostenpflichtig] und Posting des eBay-Geschäftsführers [Posting 48: "weniger als 0,01 % aller Transaktionen mit Problemen behaftet"]).

Die Analyse von bettercom und vor allem deren Veröffentlichung dürfte damit ursächlich sein für das Vorgehen seitens eBay, das ebenfalls hier dokumentiert wird.
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